Nun bin ich schon seit 10 Wochen allein zu Hause. Coronavirus bedingt.

Ich versuche tiefer in das Menschsein, in das Leben an sich, einzudringen. Liebe und Vernunft, Fühlen und Denken, Seele und Geist, Herz und Verstand, Zeitlichkeit und Ewigkeit, sind meine Stichworte. Meine "Arbeitsbegriffe" in meinem Alltag.

Der Mensch ist die Sehnsucht des Menschen. Wenn wir träumen, hoffen, uns nach etwas, oder jemandem sehnen und ganz allein sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir lügen, sehr gering.

Einsamkeit und Gemeinsamkeit wechselseitig gegenüberzustellen, kann dazu führen, dass wir wahrnehmen können, wie einsam unser blauer Planet im Sonnensystem seine Kreise zieht. Die ganze Welt ist ganz allein, in diesem Kosmos. Keine Außerirdischen, die gutwillig sind, und die für uns auf der Erde alle Probleme lösen. Wir müssen alles selber machen. Vor allem müssen wir uns selber besser machen.

Musik war für mich immer ein Ort der Sehnsucht. Migg Jagger sagte einmal : "Nur wenn wir träumen sind wir wirklich frei."

Es geht bestimmt nicht darum aus dem Körper auszutreten, raus aus seinem Körper zu wollen. Vielmehr, denke ich, dass wir uns überlegen sollten, was ist mein Körper, was ist dessen Verkörperung ? Was für ein Menschsein schenkst Du Deinem Körper ? Das menschliche Gehirn kann in sich selber eingreifen. Mehr Großhirn, weniger Reptilienhirn ? Ja ! Unbedingt !

In letzter Zeit denke ich auch, die Menschen bräuchten ein ganz anderes Gehirn, wenn sich alles zum Besseren wenden sollte.

Aus sich raus in sich rein. Außenwelt und Innenwelt wollen sich ein- und ausatmen.

Heinrich Heine sagte : "Die Sterne des Glücks findet man nur in sich selbst !" Noch eine Gegenüberstellung : Pessimismus und Optimismus. Es gibt Gründe optimistisch sein zu dürfen, aber auch genauso Gründe um pessimistisch zu sein.

Diese Gegenwart befindet sich im Gesetz der Gleichzeitigkeit in verschiedenen Entwicklungsstufen. Wir haben das Neandertal, das Mittelalter, eher ältere Gestrigkeiten, das Hier und Jetzt, und die klugen Avandgarden. Früher träumte ich von einem neuen Sein, einem neuen Menschen, einer neuen Welt, und seit einer Weile, einer neuen, besseren Sicht in die Ewigkeit.

Der Coronavirus zwingt uns dazu uns gegenseitig zu vertrauen. In Liebe und Vernunft uns als Gesellschaft zu bewähren. Denke ich an mich, denke ich an die Anderen. Denke ich an die Anderen, denke ich an mich selbst.

Es sind viele Krisen : Klimakrise, Flüchtlingskrise, Coronakrise, Wirdschaftskrise, Populismuskrise, und die persönlichen Krisen, die man selber hat.

Wenn Menschen sich aufrichten, und viele Meinungen miterleben, um dann eine gutwillige Haltung für sich persönlich und ihr weiteres Leben einzunehmen und zu finden, erhebt sich die Zukunft über uns Menschen, wie die Sterne, die uns die Richtung zeigen.

Mich durchzieht immer ein gewisser Schmerz, ein Weltschmerz, eine Wehmut, und diese Sehnsucht. Sehnsucht nach allem was wirklich Ewigkeit will.

Wir alle sitzen im selben Boot.

 

Liebe Grüße von Euerem Jürgen Nöding !

Bis baldi !